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Galileo Shuttle

(Polar Lights - Nr. POL909/12)

Polar Lights - Galileo Shuttle

Produktinfo:

Hersteller:Polar Lights
Sparte:Science-Fiction
Katalog Nummer:POL909/12 - Galileo Shuttle
Maßstab:1:32
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Juni 2020
Preis:ca. 50 US Dollar
Inhalt:
  • 6 Spritzlinge mit 49 Einzelteilen
  • 1 Spritzling mit 9 Klarteilen
  • 1 loses Bauteil
  • 1 Markierungsbogen
  • 1 Bauanleitung

Besprechung:

Das Star Trek-Universum

Mit Star Trek werden die allermeisten das Raumschiff „Enterprise" und die Schauspieler der diversen Serien und Kinofilme verbinden. Insbesondere ist hier die Crew um die Figur des Captain James T. Kirk aus der ersten Serie hervorzuheben (Gibt es auf diesem Planeten noch jemanden, der nicht weiß, das das "T" für seinen zweiten Vornamen Tiberius steht?).

Aber ich schweife ab und beame mich mal kurz in das fiktive Star Trek-Universum:

Die Raumschiffe der Sternenflotte sind dafür konstruiert, um große Entfernungen durch die Weiten des Alls zurückzulegen und dabei eine große Besatzung am Leben zu erhalten. Doch egal wie hoch die Technologie entwickelt ist, so gibt es Situationen, wo kleine Raumschiffe als Transfervehikel benötigt werden. Aus diesen Gründen verfügt jedes große Raumschiff oder Basis über eine Anzahl von solchen Shuttle-Raumschiffen.

Und jetzt zurück in die reale Welt, Scotty!

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Galileo Shuttle

 

AMT goes Star Trek

Der Schöpfer von Star Trek, Gene Roddenberry, wollte recht früh bei den Dreharbeiten der TV-Serie ein solches Shuttle-Raumschiff einsetzen, um die Handlung der Folgen mehr flexibler und glaubhafter gestalten zu können. Doch von der Filmfirma wurden seine Anfragen mehrmals mit dem Verweis auf die hohen Kosten einer solchen Konstruktion abgelehnt.

Ab Juli 1966 flimmerten die Folgen von Star Trek in den US-amerikanischen Fernsehern. Dies sah auch die Chefetage der Firma Aluminium Model Toys (heute besser bekannt als AMT). Diese wollten Kunststoffmodellbausätze zu den Star Trek-Raumschiffen auf den Markt bringen. Dazu machte AMT der Filmfirma das Angebot, ein 1:1 Modell sowie kleinere Modelle eines solchen Shuttle auf eigene Kosten zu bauen und für die Dreharbeiten zur Verfügung zu stellen. Als Gegenleistung sollte dann AMT die Lizenz erhalten, Modelle der Star Trek-Raumschiffe vermarkten zu können. Der Vertrag wurde unterzeichnet und ab August 1966 begannen Fachleute, die vorher auf die Automobilentwicklung spezialisiert waren, die Filmrequisiten zu bauen. Die ersten Papierentwürfe eines Star Trek-Designers wurden Aufgrund der Kürze der Zeit als zu komplex angesehen. Daher wählte AMT eine eher kastenförmigere Rumpfversion, die schneller zu realisieren war.

Auch wenn sich die Kosten alsbald auf etwa 24.000 US Dollar fast verdoppelten, so wurden diese von AMT komplett getragen. Das 1:1 Modell war etwa 7 Meter lang und 2,4 Meter hoch und bestand aus einem Stahlrahmen, der mit Holz und Blechteilen verkleidet war. Es gab es in zwei Versionen für Innen- und Außenaufnahmen. Es erhielt den Namen „Galileo" bzw. „Galileo II". Nach Ende der Dreharbeiten der Serie schenkte die Filmfirma das 1:1 Modell der Außenaufnahmen einer Schule für sehbehinderte Menschen. Nach verschiedenen Besitzern und Versuchen einer Restauration wurde das Modell schließlich 2012 für über 70.000 US Dollar versteigert und von dem neuen Besitzer vollständig restauriert. Heute kann die „Galileo" im Johnson Space Center in Houston, Texas, USA, besichtigt werden. Sie ist die größte Requisite, die je für die klassische Star Trek-Serie hergestellt wurde und nimmt schon alleine deswegen eine Sonderstellung ein.

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Galileo Shuttle

 

Das Galileo-Shuttle im Modellbau

Wie oben erwähnt, gab es von AMT ein Modell des Galileo-Shuttle, welches 1974 im Maßstab 1:36 auf den Markt kam, gefolgt von einer Wiederauflage im Jahr 1991. Kleinserienhersteller brachten in der Folge weitere Modelle in verschiedenen Maßstäben und Materialien auf die Ladentheke, teilweise auch passend zu den Maßstäben der Enterprise-Modelle. Es dauerte bis 2020, als Polar Lights einen komplett neuen Bausatz der Galileo im Maßstab 1:32 auf den Markt brachte.

Das Galileo-Shuttle von Polar Lights

Beim Betrachten der Spritzrahmen fällt auf, dass die Rahmen recht massiv sind. Auch die Angüsse an die Bauteile sind nicht gerade filigran. Aber das ist nichts, was man nicht mit einem scharfen Cutter oder Minisäge bewältigen könnte. Die Einzelteile sind versatzfrei und ohne erkennbare Unsauberkeiten ausgeformt. Die Anzahl der versenkten und erhabenen Details ist zwar nicht hoch, aber das ist auch dem Original geschuldet. Die vorhandenen Details sind genau dem Original entsprechend. Besonders die Details an der großen Stützstrebe sind sehenswert.

Ein Studium der Teile lässt erkennen, dass man beim Bau des Modelles auch einige Optionen hat. So kann die seitliche Tür geöffnet oder geschlossen dargestellt werden, was aber nur Sinn macht, wenn man das Innere des Shuttles nachrüstet. Gleiches gilt für die drei Fenster am Bug. Wenn man das Modell im Flug darstellt, können die Stützen der Antriebsröhren weggelassen werden. Doch die große Rumpfstütze am hinteren Rumpf bleibt davon unberührt. Auch kann die hintere Wartungsöffnung geöffnet oder geschlossen darstellt werden. Generell ist zu sagen, dass der Bausatz in der Ab-Werk-Version schon darauf abgestimmt ist, ihn mit zusätzlichen Teilen wie einer Inneneinrichtung oder Beleuchtung darzustellen. Einige 3D-gedruckte Zusatzteile sind auch schon auf dem Markt.

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Galileo Shuttle

 

Die Bauanleitung und der Markierungsbogen

Die Bauanleitung besteht aus großformatigen s/w-Zeichnungen, die leicht verständlich aufgebaut sind. An einigen Stellen werden zusätzliche Hinweise für den Zusammenbau gegeben. Teil der Anleitung ist auch eine Seite, die als Maskierung/Lackierung für rechteckige Flächen auf dem Dach des Raumschiffes verwendet werden kann. Dies ist an den kleineren Modellen in einigen Szenen der TV-Serie zu erkennen. Die Farbangaben sind allgemein gehalten und finden sich an der Seite der unteren Kartonhälfte.

Der Markierungsbogen ist glänzend und augenscheinlich versatzfrei gedruckt. Wenn man mit dem Finger über die Decals streicht, kann man diese auf dem Trägerpapier spüren. In wie weit der zusätzliche Einsatz von Weichmacher nötig sein wird ist an dieser Stelle noch unklar. Aber getreu nach dem Motto „Weniger ist mehr". Es können die drei Shuttles der NCC-1701 U.S.S. Enterprise dargestellt werden: Galileo/Galileo II, Columbus und Einstein. Die Platzierung der Decals ist ebenfalls an der Kartonseite zu finden.

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Galileo Shuttle

 

Inzwischen haben sich auch mehrere Zubehör-Anbieter auf das Modell eingestellt und bieten Ätzteile, Licht, Maskierungsschablonen, Besatzung oder Inneneinrichtung für das Modell an. Denn die Eingangstür kann geöffnet dargestellt werden, doch der gesamte Innenbereich ist komplett leer. In Zeiten von 3D-Druckern sollte es also nicht schwer sein, seinen Shuttle-Bausatz mit Extras aufzuwerten. Wie auch immer: Das fertig Modell ist etwa 28 cm lang und der Rumpf etwa 13 cm breit. Mit den beiden Triebwerken ist die Breite noch etwas größer.

Darstellbare Maschinen:
  • NCC-1701/3 Columbus
  • NCC-1701/6 Einstein
  • NCC-1701/7 Galileo / Galileo II
Stärken:
  • Erster Spritzgussbausatz in diesem Maßstab 
  • Gute Replik des Studiomodells
  • Ab-Werk optimiert für Zurüstsätze
Schwächen:
  • Komplett leerer Innenraum
Anwendung:

Auch für Modellbaueinsteiger geeignet

Fazit:

MIt dem Galileo-Shuttle setzt sich der Trend fort, die alten Star Trek-Modelle als neue Bausätze mit den neusten Herstellungsmethoden in den gängigen Maßstäben neu auferstehen zu lassen. Es gibt zwar auch neue SciFi-Filme oder Serien, zu denen man Bausätze herausbringen könnte, aber Klassiker verkaufen sich doch eben besser als andere.

Dem SciFi-Modellbauer dürften die Intentionen der Modellbaufirmen recht egal sein. Denn angesichts der vergleichweise wenigen Neuheiten auf diesem Gebiet pro Jahr ist die Auswahl grundsätzlich begrenzter als beim Mainstream-Modellbau. Das soll aber keinesfalls die Qualitäten dieses Bausatzes schmälern. Für lange Zeit dürfte er das beste Modell eines Galileo-Shuttles bleiben. Sehr empfehlenswert!

Diese Besprechung stammt von Bernd Heller - 23. Januar 2021

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