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Tupolew Tu-114

Aeroflot

von Marco Coldewey (1:144 RusAir)

Tupolew Tu-114

Infos zum Orginal:

Ende der 1950er Jahre entwickelte sich der Luftverkehr immer mehr zu Langstreckenflügen. Nur mangelte es in der Sowjetunion dazu an passenden Flugzeugen. Das neue Langstreckenflugzeug sollte unter anderen die Inlandsroute Moskau-Chabarowsk (8000 km) sowie Transatlantikflüge bedienen und möglichst schnell verfügbar sein. Da man mit dem Langstreckenbomber Tu-95 ein gutes Grundgerüst hatte, wurden zwei Prototypen auf dieser Basis als Tu-116 gebaut. Durch die Auslegung als Mitteldecker war es nötig, die Druckkabine zweigeteilt zu gestalten. Jedoch fasste diese Variante nur 24 Passagiere.

Tupolew Tu-114

Man entschied sich nun, einen neuen Rumpf als Tiefdecker auszulegen. Damit die Propeller mit einem Durchmesser von 5,60 m genügend Platz hatten, musste nun der Rumpf ungewöhnlich hoch aufgestellt werden. Dies erreichte man mit einem über drei Meter hohen Bugfahrwerk. Dadurch lag die „Türschwelle“ der vorderen Tür auf über fünf Meter und somit höher als die damals üblichen Flugzeugtreppen. Deswegen wurde meist eine kleinere Treppe auf die normalen gestellt um ein Einsteigen möglich zu machen.

Tupolew Tu-114

Am Ende entstand das zu diesem Zeitpunkt größte zivile Flugzeug der Welt, angetrieben von vier Kuznetsow NK-12, mit vier gegenläufigen Propellern und einer Leistung von rund 15.200 PS pro Triebwerk.  Am Anfang der 1960er Jahre stellte man diverse Geschwindigkeitsrekorde für propellergetriebene Flugzeuge auf, unter anderem flog man mit einer Nutzlast von 25 t auf einer Strecke von 5000 km eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 877 km/h, was nur geringfügig langsamer ist als heute genutzte strahlgetriebene Flugzeuge.

Tupolew Tu-114

Die Tupolew wurde auf innersowjetischen Strecken eingesetzt, für den Kurs von Moskau nach Havanna musste man in Murmansk nachtanken, der Rückflug gelang dank des Jetstreams, teilweise ohne Zwischenlandung. Während der Tauwetter-Periode wurden auch Flüge nach Montreal, Paris und Tokio durchgeführt. Auch war es eine Tu-114, die Nikita Chruschtschow 1960, nach dem Abschuss einer Lockheed U-2 über der Sowjetunion, nach New York flog für seine Rede bei der UNO.

Tupolew Tu-114

Am Ende wurde von diesem Muster nur 31 Maschinen gebaut, die meisten haben die Zeit nicht überlebt, die Präsidentenmaschine von Chruschtschow steht in Monino bei Moskau, eine weitere im ukrainischen Kryvyj Rih. Im Mai 1983 fand der letzte Flug einer Tupolew Tu-114 statt, die Maschine mit der Kennung CCCP-76490 wurde nach Ulyanovsk überführt und dort ausgestellt.

Tupolew Tu-114

Infos zum Bau:

Dieses Modell stammt aus der Reihe „Angefangen, Lust verloren und eingelagert“. Der Grund, warum ich dieses Modell aus Versenkung holte ist wohl darin zu finden, dass ich dieses Jahr meine erste Antonow An-22 aufgenommen habe, welche ja die gleichen Triebwerke hat. Gekauft hatte ich mir das Modell von Rus Air (1:144) Mitte 2017. Nachdem Rumpf und Flügel angebaut waren, ging es ins Lager. Erst mal musste ich zwei der drei Grenzschichtzäune der linken Tragfläche erneuern, diese waren schon im Neuzustand beschädigt. Das Modell besteht komplett aus Resin und ließ sich ganz gut bauen. Eine große Herausforderung waren die 32 Propellerblätter. Da sie einzeln gegossen sind, war es ein recht großer Aufwand diese zu bearbeiten, lackieren und dann im richtigen Winkel an die Naben zu setzen. Ich entschied mich dazu, beide großen Antennen im vorderen Bereich des Rumpfrückens selber zu erstellen. Ansonsten folgte noch die abschließende, umfangreiche Detaillierung.

Tupolew Tu-114

Weitere Bilder

Tupolew Tu-114Tupolew Tu-114Tupolew Tu-114Tupolew Tu-114Tupolew Tu-114Tupolew Tu-114Größenvergleich mit einer Lockheed L1049 Super Constellation.

Tupolew Tu-114

 

Marco Coldewey,
modellbau.mc84.de

Publiziert am 19. Januar 2021

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