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Pz.Kpfw. V Ausf. A

von Kevin Tweer (1:35 Meng Model)

Pz.Kpfw. V Ausf. A

Heutzutage ist man ja (leider oder Gott sei Dank) über das Internet und Facebook in zig „Gruppen“ unterwegs und kann sich dort mit vielen Modellbauern aus der ganzen Welt austauschen und von ihnen lernen. Aus diesem Grund  bin ich auch in einigen Modellbaugruppen unterwegs. In einer Gruppe wurde dann im Frühjahr 2020 ein Wettbewerb unter den Mitgliedern ausgerufen. Thema: FOTONACHBAU – Wehrmachtsfahrzeuge.

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Ich fand die Idee super und hatte sowas bis Dato noch nicht gemacht, also meldete ich mich voller Motivation an. Die Anmeldung war das eine, nun fehlte mir noch die passende Vorlage, das Foto zum nachbauen. Da ich einige Fahrzeuge / Panzer im Regal liegen hatte, die darauf warteten gebaut zu werden, suchte ich ein Foto, das zu einem vorhandenen Modell passen würde. Man muss das Geld ja nicht verbrennen...

QUELLE - Bundesarchiv_Bild_101I-712-0498-34 _Russland _Oberst_Langkeit _Panzer_V_ Panther
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Entschieden habe ich mich dann für ein recht einfaches Bild ohne großen Schnick-Schnack oder Landschaft, die zu bauen gewesen wäre. Das Bundesarchiv stellte online quasi mit dem Foto 1011-712-0498-34 mein zu bauendes Motiv! Es zeigte den Oberst Willy Langkeit mit Stab vor einem Panther Ausf. A im Sommer 1944 an der Ostfront, Rumänien.

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Im Regal befand sich der Panther Ausf. A in 1:35 von Meng (ein klasse Modell, wie ich hier noch anmerken möchte), welches ich trotzdem etwas aufwerten wollte. Also kam das Zimmerit von ATAK, ein Alurohr von ABER sowie Ketten von Friul dazu.

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Nach gefallenem Startschuss für den Wettbewerb ging ich direkt ans Werk, ich war einfach „scharf“ auf den Panther und fing, wie bei jedem meiner Panzer, mit den Rädern und Laufrollen an. Das Modell selber unterbrach ich dann direkt und ging - es war super Wetter - mit einem Bier in den Garten, die Sonne genießen um dort, in der Sonne, die Friulketten zu montieren. Modellbau hat eben Suchtpotential...

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Mit fertig montierten Ketten ging es später wieder in den Keller, um an der Wanne weiter zu arbeiten. Der Zusammenbau lief gut und die ersten Teile aus dem ATAK-Satz kamen schon zum Einsatz. Die Griffe für die Luken entsorgte ich und bildete sie aus Kupferdraht nach.

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Nach und nach kamen die Teile zusammen, die Unterwanne stand und sah beim „Wachsen“ des Turms zu, welcher auf seine „Kunststoffkanone“ verzichtete und ein ABER-Rohr aus Aluminium bekam. Nach dem fertigen Rohbau trug ich den Panther in meine Lackierecke, um ihn erst mal mit einem schwarzen Farbüberzug zu versehen.

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Während die erste Farbschicht trocknete, bekamen die Ketten wieder etwas Aufmerksamkeit von mir. Ich wollte sie dieses Mal nicht lackieren, sondern mal was für mich neues ausprobieren - sie sollten brüniert werden. Achtung, Werbung: Ich benutzte dazu das Brüniermittel von SolidScale und war echt begeistert. Die Ketten legte ich in eine Plastikschale und pinselte sie nach und nach mit dem Zeug ein und siehe da... die „Farbe“, die die Ketten annahmen, war einfach Klasse. Ich für meinen Teil war von dem Zeug so begeistert, dass ich zukünftige Friul-Ketten ebenfalls damit „färben“ werde.

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Am Panzer trocknete das Schwarz, die Ketten hatten ihre Farbe, ich konnte also an Willy Langkeit und den Kameraden vor dem Panzer arbeiten. Vier Figuren sind aus Resin, was für mich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls Neuland war und wieder Achtung, ich habe es „schmerzlich“ gelernt, Resin nicht mit dem Messer bearbeiten. Ich musste einen Tag Pause einlegen weil ich mir meinen Daumen quasi gespalten habe. Mit der Erfahrung in der Tasche bestellte ich dann erst mal eine Resinsäge mit drei unterschiedlichen Sägeblättern. Die fünfte Figur, den stehenden / laufenden Kameraden, wollte bzw. musste ich im Scratchbau herstellen. Für diese Figur gingen drei andere über die Wupper, ein Arm und Bein von einer Figur, Rumpf und ein Bein von der zweiten, Kopf und ein Arm von der dritten Figur und los ging die Operation. Die endgültige, umgebaute fünfte Figur kam dann soweit an das Foto ran, dass ich sie so gelassen habe... mit etwas Stolz, denn das war mein erster „Umbau“ einer Figur. 

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Auch diese Figuren bekamen dann eine Grundierung, welche aber nicht schwarz, sondern gelb ausfiel. Der schwarze Panther wurde dann auch wieder vor die „Pistole“ genommen und mit Weiß aufgehellt und Schatten erzeugt. Die Figuren waren trocken, das Weiß nicht, also machte ich mit den Figuren weiter, tauschte Airbrush gegen Pinsel und machte mich ans Werk. Nach und nach kamen immer mehr Farben ins Spiel und es wirkte (auf mich) immer besser.

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Die Decke (auf der der Oberst auf dem Bild saß) machte ich aus einem Papiertaschentuch, welches in in einem Gemisch aus Dunkelgrün (Tamiya-Farbe) und Holzleim badete. Die noch nasse „Decke“ formte ich dann auf einem Brett in ihre finale Form und ließ sie dort trocknen.

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Nachdem der Panther nun mit seinem dunkelgelben Grundanstrich bekommen hatte und wieder in eine Trocknungspause geschickt wurde, begann ich aus Balsaholz und Styrodur die „Base“ für das Modell anzufertigen. Auf das Styrodur kam dann eine Gipsschicht, Bewuchs und die „Kettenspuren“

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Den Spuren, die ich vorher ausgespart hatte, sollte sich die Chance bieten, wieder etwas neues auszuprobieren: Vogelsand! Ich siebte den Vogelsand einmal durch und gab den Sand dann in ein Gemisch aus Wasser und Holzleim. Das wurde so lange (und zügig) verrührt, bis der ganze Sand „nass“ von diesem Gemisch war. Das noch nasse/feuchte Gemisch verteilte ich in den freigelassenen Spuren auf der Grundplatte und drückte dann meine Ketten rein. Etwas antrocknen lassen, die Ketten wieder runter und den Sand dann durchtrocknen lassen... Fertig, der Panther hatte seine Spuren in der Erde hinterlassen.

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Um die Ketten nicht so jungfräulich zu lassen und sie mit Dreck, Erde und Matsch zu versehen, mischte ich mir wieder einen Cocktail. Dieses Mal wurde zweifach gesiebte Erde aus dem eigenen Garten mit einer Mischung aus Wasser und Holzleim gemischt, welche ich in und auf den Ketten verteilte.Die Außenseiten der nassen Ketten wurden dann noch mit weiterer, trockener Erde belegt und trocknen gelassen. Das restliche Wasser/Leim/Erde-Gemisch nutzte ich, um Antriebs-, Spann- und Laufrollen zu verdrecken.

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Und weiter ging das Wechselspiel Trocknungsphase / Bearbeitungsphase… Der „gelbe“ Panther bekam nun seine Kennung! Ich wollte am Panther keine Decals benutzen und entschied mich dazu alles mit der Airbrush und Schablonen aufzubringen. Gesagt, getan und es ging ans Werk… Abkleben, Sprühen, Abziehen, „repeat“. Waren die Zahlen weiß? Waren sie schwarz? Waren sie rot? Nach längerer Suche und mehreren Unterhaltungen mit Leuten, die ich für sehr belesen und kompetent halte, wenn es um dieses Thema geht, habe ich mich für „Rot“ entschieden. Ob richtig oder falsch, kann leider niemand mehr sagen und da es keine originalen Farbfotossowie keine Zeitzeugen mehr gibt, die es mit eigenen Augen gesehen haben und dazu was sagen könnten: also Rot und Punkt.

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Da dieses Bild im Sommer 1944 gemacht wurde, kam für mich auch nur eine Dreifarbentarnung in Frage und ich versuchte anhand der originalen Fotos, die ich hatte, die „Felder“ mit einem Bleistift auf das Modell vor zu zeichnen. Die bereits aufgebrachte Kennung sicherte ich mit Maskierflüssigkeit und sprühte los. Nach dem Grün folgte Braun und am Ende zwei mal Klarlack matt sowie ein sehr leichtes Wash.

Die Einheit „Großdeutschland“ wurde in diesem Zeitraum mit neuen, frischen Fahrzeugen (Panthern) ausgerüstet und darum wurde bei meinem Modell mit Dreck, Lackschäden oder sonstigen Defekten sehr sparsam umgegangen. Es waren „Made in Germany“-Panzer und kamen direkt aus der Heimat. Also kann man auch davon ausgehen, das die Panther dort, zu diesem Zeitpunkt, noch ganz gut in Schuss waren.

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Als dann alles trocken war, setzte ich den Panther auf die Base, die auch schon beklebt war, und platzierte die Decke für die vier sitzenden Offiziere. Karte und Zeitung lagen auch an ihrem Platz und nach und nach nahmen die Figuren ihre Positionen ein. Zuletzt stellte ich den Scratch-Soldaten dazu und freute mich über das Endergebnis.

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Mit Sicherheit gibt es vieles, was besser gemacht werden könnte oder müsste, aber ich war zufrieden und machte Bilder der Szene, um das originale Bild mit dem Modell vergleichen zu können. Es macht mir sehr viel Spaß, ein Foto ins Modell zu bringen, sodass ich schon kurz darauf ein durch Zufall gefundenes Bild ebenfalls nachbaute.

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Spielerei mit den Bildern

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Kevin Tweer

Publiziert am 11. November 2020

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