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KV-5

von Alex Grivonev (1:35 Takom)

KV-5

Ich versuche bei jedem meiner Projekte etwas Neues dazu zu lernen und neue Techniken auszuprobieren, der KW-5 in 1:35 von Takom war keine Ausnahme. Ursprünglich war geplant, bei diesem Modell einige für mich neue Verwitterungstechniken auszuprobieren. Dazu gehörten Rosttechniken, sowie schwere Farbabplatzer. Beflügelt von anfänglichen Erfolgen, habe ich beschlossen, daraus eine kleine Vignette zu bauen.

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Das hypothetische Szenario ist folgendes: Tiefstes Sibirien, eine verlassene sowjetische Militärbasis. Auf einem Betonsockel thront ein in einem einzigen Exemplar gebauter Prototyp eines schweren Panzers, deutlich mitgenommen von Jahrzehnten kurzer, heißer Sommer und unerbittlich langer Winter des sibirischen Kontinentalklimas.

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Die gewaltige Dreiturmkonstruktion ist in Wirklichkeit nie gebaut worden. Das Projekt für einen superschweren Panzer wurde im Frühjahr 1941 vom Politbüro in Auftrag gegeben und das Leningrader Kirowwerk mit der Konstruktion beauftragt. Die Pläne wurden jedoch durch den Kriegsbeginn im Sommer und den raschen Vormarsch der deutschen Streitkräfte verworfen. Geplant war eine 100 Tonnen-Maschine mit zwei V12-Dieselmotoren, einer 107 mm Kanone, jeweils drei 12,7 mm und 7,62 mm Maschinengewehre und sechs Mann Besatzung.

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Der Bausatz des relativ jungen chinesischen Herstellers Takom ist auf der Höhe der Zeit und lässt sich sehr geschmeidig bauen. Freude an der freien Gestaltung, aber auch sehr viel Arbeit bereitet die sehr schön ausgeführte Einzelgliederkette. Ein gedrehtes Kanonenrohr und geätzte Lüftungsgitter runden die Sache ab. In Eigeninitiative wurden lediglich die Griffe am Turm, die der Bausatz als Spritzgussteile anbot, durch metallene ersetzt.

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Die Bemalung begann mit einer ordentlichen Portion "Rost". Die benutzten Farben stammten diesmal von "MIG", die eine ganze Palette an Rostschattierungen anbieten. Gearbeitet wurde mit der Airbrush, aber auch mit dem Pinsel, wobei in mehreren Schichten eine unregelmäßige Rostschicht gespritzt, gepinselt, getupft und getropft wurde.

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Nach dem Durchtrocknen und einigen Schichten "Heavy Chipping Effects" vom gleichen Hersteller kam die eigentliche Farbe in Form vom vertrauten russischen Panzergrün in mehreren dünnen Schichten zum Einsatz. Diese wurde nach einer kurzen Antrockenzeit direkt wieder zu einem großen Teil mit diversen groben und feinen Pinseln und viel Wasser abgeschrubbt, um den besagten "Chipping-Effekt" zu erzielen. Nach dieser Basislackierung folgte ein Ausflug in die Welt der Verwitterungseffekte, dabei wurde mit einem ganzen Arsenal an Pigmenten und Washes, rostigen und erdigen, nass und trocken, experimentiert. Gute alte Methoden, wie Ölfarben, fanden hier und da auch ihre Verwendung. Sowohl großflächige Oberflächenbehandlung, als auch "Microchipping" mit feinem Pinsel und Bunt- und Graphitstiften wurden eingesetzt.

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Die "Betonplatte" enstand aus einem Stück Styropor, welches ich nach dem Formen mit einer Schicht Wand-Fertigspachtel zugekleistert habe. Nach dem Durchtrocknen und Schleifen ergab das geschaffene Produkt eine durchaus glaubwürdige Betonstruktur, welche nach dem Bemalen und Altern noch mehr zu überzeugen wusste.

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Als Basis für die Vignette diente ein Holzbrettchen, darauf entstand rund um die Betonplatte eine kleine Landschaft, was für mich ebenfalls "Neuland" war. Es wurden diverse Gräser, Büschel, Pflanzen, Streugut und Steine aus dem Modellbahnbereich verwendet. Gestanztes Herbstlaub rundete das Szenario ab. Das Langgras entstand aus einem Hanfseil, dafür habe ich bei YT ein schönes Tutorial gefunden und wollte es gerne ausprobieren.

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Das Gesamtbild wusste zu überzeugen und doch wirkte das Modell noch etwas leblos und "nackt" und deshalb habe ich beschlossen, zu guter Letzt noch einige "menschliche" Spuren in Form von Beschriftungen und Kritzeleien am Turm zu hinterlassen. Ein tolles Projekt, viel Neues ausprobiert, viel gelernt. Es wird nicht das letzte dieser Art gewesen sein!

KV-5

Alex Grivonev

Publiziert am 28. September 2020

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