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Cayley Gleiter (1853)

“The Coachman Carrier”

von Jürgen Wagenknecht (1:72 Aircraft In Miniature Limited)

Cayley Gleiter (1853)

Zum Vorbild

Sir George Cayley (1773-1857) war eine der bedeutendsten Personen in der Entwicklung der modernen Fliegerei „schwerer als Luft“. Er gilt als der wahre Erfinder des Flugzeugs und konnte die meisten Probleme des Fliegens in der Theorie lösen. So erkannte er beispielsweise, dass ein Flugzeug ein Antriebssystem benötigt. Seine Erkenntnisse publizierte er und die waren Grundlage vieler weiterer Entwicklungen. U. a. waren sie auch den Gebrüdern Wright bekannt.

Cayley Gleiter (1853)

Seine aerodynamische Forschungen setzte er in Modelle und Gleiter um. Ein Dreidecker-Gleiter (1849) soll ausreichend tragfähig für ein Kind gewesen sein, ein weiterer für eine erwachsene Person. Dieser Gleiter, den Cayley „Governable Parachute“, also steuerbarer Fallschirm nannte, wurde mit seinem Kutscher 1853 getestet und flog ca. 130 m weit. Ob es wirklich sein Kutscher war, darüber sind sich nicht alle Quellen einig, auch der Name des Kutschers ist häufig nicht benannt, aber laut AIM war sein Name John Appleby. Angeblich hat John Appleby nach seinem Flug im Anschluss sofort gekündigt, mit dem Worten, dass er zum Fahren, nicht zum Fliegen angestellt worden sei. Warum George Cayley nicht selbst geflogen ist, ergibt sich aus seinem Alter, denn er war hier bereits 80 Jahre alt.

Cayley Gleiter (1853)

Die Originalaufzeichnungen von George Cayley sind erhalten geblieben und wurden in den 1960er Jahren wieder gefunden. Auf Basis dieser Aufzeichnungen wurde der Gleiter nachgebaut und am Originalschauplatz 1973 getestet. Dabei stellte sich nicht nur heraus, dass er flugfähig, sondern sogar steuerbar war. Davon hat der schreckensbleiche Kutscher aber garantiert keinen Gebrauch gemacht.

Quellen: Enzo Angelucci: Falken-Handbuch in Farbe Flugzeuge von den Anfängen bis zum 1. Weltkrieg; Michael H. Goodall & Albert E. Tagg: British Aircraft before the Great War; Aircraft in Miniature Limited, Wikipedia

Cayley Gleiter (1853)

Das Modell

Basis für den Bausatz ist die Replik des Gleiters, mit dem die Flugfähigkeit bewiesen wurde. Das Modell von AIM besteht aus einem Rahmen fotogeätzter Messingteile in recht dicker Qualität und einem deutlich dünneren Rahmen aus silbrigen Metall, der die Speichen für die Räder enthält. Dazu kommen noch Weißmetallteile, die John Appleby und George Cayley enthalten, die drei Räder und die Naben für die Räder. Zudem sind noch ein Bogen Spannpapier und Decals für die Holzdarstellung des Rumpfes enthalten.

Cayley Gleiter (1853)

Die Längsstreben des Flügels müssen um 90° gedreht werden. Dabei ist Vorsicht geboten, damit nicht der ganze Flügel verbiegt. Nach dem Biegen passen aber alle Streben gut zusammen und die V-Stellung der Flügel ergibt sich automatisch. Der Rumpf wird aus einem Teil zurecht gebogen. Dabei ist auch eine innere Holzplankenstruktur vorhanden. Ein Abdeckblech verschließt den Rumpf von oben. Die Kanten des Rumpfes habe ich verspachtelt und sauber geschliffen. Nur der Halter des Spornrades muss noch gefaltet werden, alle anderen Teile bleiben plan.

Cayley Gleiter (1853)

Die Weißmetallteile sind eher etwas grob, hier muss ebenfalls geschliffen werden. Bei den Radnaben hat AIM einen Denkfehler, denn das Spornrad wird mittig eingesetzt, so dass die Radnabe beidseitig vorhanden sein muss. Ich habe die kleine Radnabe somit halbiert und dann beidseitig angebracht. Für die Radachsen wird noch Draht benötigt, der dem Bausatz nicht beiliegt.

Cayley Gleiter (1853)

Bei John Appleby hat AIM sich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Dass er wahrscheinlich den Flug quasi als Ballast mitgemacht hat, spiegelt sich in seiner Form als „nasser Sack“ nur zu deutlich wieder.

Cayley Gleiter (1853)

Das Spannpapier habe ich mit Sekundenkleber angebracht und dann mit einem Skalpell in die finale Form geschnitten. Einige Lagen Klarlack sorgen für eine ausreichende Festigkeit. Die Holzteile wurden mit Ölfarbe gemasert. Die Decals habe ich nicht verwendet, auch der Rumpf wurde bemalt. Der Farbton richtet sich aber nach den Decals. Damit konnte ich eine gleichmäßigere Gestaltung hinbekommen und habe keine Trennstellen, wo die Decals aneinander stoßen würden.

Cayley Gleiter (1853)

Bei den wenigen Teilen und der recht geringen Anzahl von Biegungen ist der Bau recht schnell und problemlos abgeschlossen, zumal die Bauanleitung auch sehr ausführlich und klar bebildert inkl. Verspannungsplan ist. Somit habe ich ein weiteres schönes Modell für meine Sammlung bekommen. Auf der Web-Seite von AIM kann man sich den Bausatzinhalt vorher genau anschauen, ebenso die Bauanleitung.

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Cayley Gleiter (1853)

 

Jürgen Wagenknecht

Publiziert am 22. Januar 2021

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