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U Wilhelm Bauer (Y 880)

von Werner Jonczyk (1:144 Revell)

U Wilhelm Bauer (Y 880)

Heute möchte ich euch mal wieder ein U-Boot vorstellen. Genauer gesagt, ein ehemaliges Typ XXI Boot, welches von der eigenen Mannschaft am 4.5.1945 auf Grund gesetzt und 1957 von der Bundesmarine gehoben wurde.

U Wilhelm Bauer (Y 880)

Zweiter Weltkrieg

Der Bau von U 2540 auf der Werft von Blohm & Voss in Hamburg begann am 29. Oktober 1944. Stapellauf war am 13. Januar 1945. Mit der Indienststellung am 24. Februar 1945 wurde das Boot Teil der 31. U-Flottille. Im April 1945 ging das Boot zur Frontausbildung nach Rønne auf Bornholm. Nachdem der Schulbetrieb wegen Treibstoffmangels eingestellt worden war, wurde U 2540 nach Swinemünde verlegt. Von dort ging es am 30. April 1945 zurück nach Westen.

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Für den 3. Mai 1945 war die Selbstversenkung von U 2540 geplant. Nachdem einige Besatzungsmitglieder an Bord des Hilfszielschiffs Bolkoburg übergesetzt hatten, erfolgte ein alliierter Luftangriff auf die deutsche Schiffsansammlung. Dabei kamen acht Besatzungsmitglieder außerhalb von U 2540 ums Leben, während das Boot die Luftangriffe fast gänzlich unbeschädigt überstand. Am 4. Mai 1945 führte der Weg von U 2540 über Rødbyhavn (Dänemark) nach Kiel und schließlich Flensburg. In der Flensburger Förde wurde U 2540 kurz nach 10:00 Uhr in der Nähe des Feuerschiffes von der Besatzung selbst auf den Grund der Förde versenkt.

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Nachkriegsgeschichte

Im Juni 1957 wurde U 2540 durch die Hamburger Bergungsreederei Bugsier gehoben, schwimmfähig gemacht und zu den Kieler Howaldtswerken, heute HDW, geschleppt. Dort wurde das Boot, das zwischenzeitlich auf den Namen Wal getauft worden war, ab November 1958 als Versuchsboot für die neue Bundesmarine instandgesetzt. Es erhielt die doppelte dieselelektrische Antriebsanlage der geplanten, mit nur einer Antriebswelle ausgestatteten Klasse 201. Die neuen Dieselmotoren erwiesen sich rasch als untauglich, da sie mehrere Stunden Vorwärmzeit benötigten, bis ein Einsatz möglich war. Dazu wurde die Turmverkleidung umgebaut. Am 1. September 1960 wurde das Boot von der Bundesmarine übernommen und nach dem deutschen U-Boot-Erfinder Wilhelm Bauer benannt. Als Erprobungsboot (Klasse 241) diente es bis zum 28. August 1968.

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Mit ziviler Besatzung wurde die Wilhelm Bauer am 20. Mai 1970 erneut in Dienst gestellt und diente dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung zur Erprobung technischer Neuerungen der Klasse 206. Dafür wurde die Turmverkleidung gegenüber dem Nachkriegszustand mit militärischer Besatzung u. a. zur Aufnahme des Seeelefant Schnorchels und der WSU-Sonaranlage nochmals modifiziert. Nach einer Unterwasserkollision mit dem Zerstörer Z 3 der Fletcher-Klasse am 6. Mai 1980 wurde die Wilhelm Bauer am 18. November 1980 in Eckernförde verabschiedet und am 15. März 1982 endgültig außer Dienst gestellt.

Quelle: Wikipedia 

U Wilhelm Bauer (Y 880)

Zum Bausatz

1992 legte Revell den Typ XXI mit Interieur das erste mal auf. Die hier gezeigte Version der Wilhelm Bauer wurde 2010 als Rebox mit neuen Teilen veröffentlicht. Diese Boote sind Revell sehr gut gelungen, was Details aber auch die Passgenauigkeit angeht, ich kann sie nur empfehlen. Warum Revell die Wilhelm Bauer, aber auch den Typ XXI aus 1993 ohne Interieur aus dem Programm nahm, kann ich leider nicht beantworten, die Version mit Interieur ist gar nicht so nachgefragt, aber die ist auf dem Markt noch erhältlich.

U Wilhelm Bauer (Y 880)

Der Bau

Ich wollte dieses mal alle Flutschlitze und Fenster im Turm offen darstellen. Hierzu wurden von hinten die entsprechenden Bereiche mit einer Fräse ausgedünnt, welches das Rausschneiden dann sehr erleichterte. Trotzdem habe ich es mir einfacher vorgestellt als gedacht, es war eine Heidenarbeit, die sich aber letztendlich doch gelohnt hat.

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Ansonsten habe ich komplett ooB gebaut, nur die vorderen Tiefenruder bekamen noch Hydraulikstempel, die aus zwei ineinander geschobenen Evergreen Rundprofile dargestellt wurden.

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Bei den Fenstern passierte mir dann noch ein Faux Pas, ausgeschnitten und dann mit Micro Kristal Klear gefüllt, wurden sie später für den Lackiervorgang mit Humbrol Maskol abgedeckt, ein großer Fehler. Beide Medien reagierten chemisch und ich bekam das Maskol nicht wieder runter, so war ich gezwungen, alles schwarz anzupönen.

U Wilhelm Bauer (Y 880)

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Hier konnte ich mal wieder meine Leidenschaft voll und ganz ausleben: Lackierung und Weathering. Der Rumpf des Bootes ist eigentlich grundsätzlich in Tamiya XF-19 lackiert, aber mit vielen Aufhellungen und Abdunkelungen. Preshading und Postshading kamen auch zum Einsatz. Der Turm ist in XF-54, dem ich etwas XF-82 hinzufügte, um einen gewissen Kontrast zu haben, lackiert worden. Der orange Kragen für Ausbildungsboote wurde mit Gunze Mr.Color 173 realisiert.

U Wilhelm Bauer (Y 880)

Hierzu nahm ich verschiedene Washes von MIG und dergleichen, in Form von Winter Streaking Grime, Dark Brown Wash, Dark Rust usw. Viel wurde auch mit Ölfarben gearbeitet. Die Panellines wurden mit verdünnter Ölfarbe von 502 Abteilung in "Shadow Brown" nachgezogen.

U Wilhelm Bauer (Y 880)

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Schlussendlich kann ich sagen, der Bau und insbesondere die Lackierung und Alterung haben sehr viel Spaß gemacht.

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Werner Jonczyk,
werner.jonczyk@ewetel.net

Publiziert am 02. November 2020

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