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3 Stage Ferry Rocket

von Bernd Heller (1:288 Glencoe Models)

3 Stage Ferry Rocket

Visionen und Wirklichkeit

Nach seiner Tätigkeit im Deutschen Reich wurde Wernher von Braun ohne Zweifel einer der Wegbereiter des US-amerikanischen Weltraumprogramms, welches seinen bisherigen Höhepunkt in der ersten bemannten Landung auf dem Mond im Jahr 1969 hatte.

Doch von Braun's Ideen und Pläne gingen in der Nachkriegszeit noch viel weiter in den Weltraum hinaus. In den 1950'er Jahren veröffentlichte er in den USA mehrere Bücher und Berichte für Magazine die auch Zeichnungen und Pläne für interplanetare Raumschiffe und Raumstationen enthielten. Diese Berichte waren offenbar so populär das Walt Disney von Braun als Moderator für eine Wissenschafts-Serie für das US-Fernsehen verpflichtet. Für diese TV-Folgen wurde auch mehrere großmaßstäbliche Modelle dieser Raumfahrzeuge gebaut um diese dem Publikum besser erklären zu können.

Eines dieser Modelle war eine „3 Stage Ferry Rocket" welches eine riesige dreistufige Rakete darstellte auf deren Spitze z.B. ein flugzeugähnliche Maschine mit langen Tragflächen saß, die wieder auf der Erde landen konnte. So sollten Menschen und Material zu den im Orbit befindlichen Raumstationen transportiert werden. In von Braun's Buch „The Exploration of Mars" aus dem Jahr 1956 wurde der Entwurf des Gleiters zu einer Maschine mit deltaförmigen Tragflächen weiterentwickelt.

Nach den Plänen sollte die Rakete mit Gleiter etwa 180 Meter hoch sein, an der Basis etwa 38 Meter Durchmesser und ein Startgewicht von etwa 1.410 Tonnen haben. Zum Vergleich: Die spätere Saturn V-Rakete war etwa 110 Meter hoch, hatte einen Durchmesser von etwa 10 Meter und ein Startgewicht von etwa 2.800 Tonnen.

Da sich nach der erfolgreichen Mondlandung die amerikanischen Prioritäten und somit auch die Finanzierung zu verschieben begannen (u.a. wegen des Vietnamkrieges) rückten die Umsetzungen der ambitionierten Weltraum-Pläne des Wernher von Braun immer weiter in den Hintergrund. Letztendlich kann man sagen das das „Huckepack"-System mit dem Space Shuttle auch auf seinen Ideen beruhte. Doch den Erstflug des Space Shuttle Columbia am 12. April 1981 erlebte Wernher von Braun nicht mehr. Er starb am 16. Juni 1977.

3 Stage Ferry Rocket

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3 Stage Ferry Rocket

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3 Stage Ferry Rocket

Die „3 Stage Ferry Rocket“ als Modell

Basierend auf dem Entwurf dieser Rakete, der in Zusammenarbeit mit Disney entstand, brachte die Firma Strombecker Mitte der 1950'er zwei Versionen als Bausatz auf den Markt. Ab 1958 gab es auch von Lindberg eine Dreistufen-Rakete, die 1969 und 2007 als „Mars Probe Communication Satellite" wiederveröffentlicht wurde. Eine Ableitung davon war der „Mars Probe Space Transport". 1993 veröffentliche Glencoe Models eine Wiederauflage des Strombecker-Bausatzes, jedoch wurde der Maßstab jetzt mit 1:288 angegeben.

Der Glencoe-Bausatz ist die Grundlage meines Modells, welches ich hier vorstelle. Ich möchte gleich am Anfang klarstellen das ich das Modell schon vor vielen Jahren gebaute hatte und die Fotos auch schon etwas älter sind. Würde ich es heute noch einmal bauen, würde ich einige Dinge sicherlich anders machen.

Der Bau

An den Zusammenbau habe ich nicht mehr viele Erinnerungen. Ich erinnere mich das ich ich alle Raketenstufen miteinander verklebt habe, nur den Gleiter nicht. Die erhabenen Gravuren des Kegels habe ich abgeschliffen denn ein Teil davon ging beim Angleichen der horizontalen Trennungslinien recht schnell verloren. Da ich damals zum ersten Mal großflächig Metallfarben verwenden wollte war es mir wichtig, eine möglichst glatte Oberfläche zu erhalten. Die letzte Politur erfolgte mit 1000'er Stahlwolle. Die Fenster des Gleiter am Rumpf und Cockpit habe ich aus schwarzen Decals aus der Restekiste dargestellt da diese nicht auf dem Markierungsbogen vorgesehen waren.

Den rudimentäre Startturm wertete ich noch mit zusätzlichen Auslegern aus, an die ich Tankschläuchen aus Kupferdraht klebte. Die Enden der Drähte steckte ich dann in gebohrte Löcher an Rakete und Gleiter. Dann wollte der Turm nicht so recht an die Rakete passen. Deshalb habe ich an zwei der Verbindungsbrücken Stücke von Stecknadel eingepasst und an der Rakete passende Löcher gebohrt. So steht der Startturm jetzt dicht an der Rakete. Außerdem habe ich noch improvisierte Radar- oder Funkantennen an dem Turm platziert. Wer möchte kann sich hier natürlich noch weiter austoben.

Bei der Lackierung habe ich mich nur zum Teil an die Vorschläge der Bauanleitung gehalten. Die in weiß und schwarz gepinselten Finnen der Rakete habe ich erst am Ende verklebt. Für das Metall für die Rakete habe ich Farben von ModellMaster in die Airbrusch geladen. Der Startturm, die Halteklammern und die Grundplatte wurden mit Revell-Farben gepinselt. Für den Gleiter kamen wieder ModellMaster-Farben und der Pinsel zum Einsatz.

Die Decals waren gut zu verarbeiten. Doch leider hatte ich damals recht wenig Erfahrung auf diesem Gebiet. So z.B. das mit Glanzlack das „Silverning" vermieden werden kann. Was mich jedoch heute am meisten stört ist das die gelbe Farbe der Decals nicht genug Deckkraft hatten und so die Buchstaben und Zahlen auf der Rakete teilweise durchscheinend wurden. Der Markierungsbogen erlaubt verschiedene Kombinationen von Buchstaben und Zahlen. Ich entschied mich für „XR-1". Das fertige Modell ist etwa 30 cm hoch.

Bernd Heller

Publiziert am 17. November 2020

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